Ausbildung im digitalen Markt der Zukunft

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IT-Spezialisten sind in allen Branchen gefragt, etwa im Maschinenbau oder in der Automobilindustrie, nicht nur in den klassischen ITK-Unternehmen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein zentraler Standortfaktor. Die Ausbildung in IT-Berufen ist damit eine wichtige Investition in die Zukunft. Der bundesweite Durchschnitt der IT-Azubis an der Gesamtzahl aller Auszubildenden beträgt 2,8 %. Damit sind die acht IT-Berufe unter den rund 350 Ausbildungsberufen leicht überdurchschnittlich vertreten. Die Ausbildung zum Fachinformatiker gehört zu den Top-20-Ausbildungsberufen überhaupt.

Am beliebtesten ist der Ausbildungsberuf des Fachinformatikers mit den beiden Fachrichtungen „Anwendungsentwicklung“ und „Systemintegration“ - auf ihn entfallen mehr als der Hälfte aller IT-Ausbildungsplätze. Mit deutlichem Abstand folgen die IT-System-Elektroniker sowie die kaufmännischen Berufe IT-System-Kaufmann und Informatikkaufmann. Ausbildungsplätze für Systeminformatiker und  Mathematisch-Technische Softwareentwickler werden noch seltener angeboten.

Wo wird ausgebildet?

Die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin haben im Vergleich der Bundesländer den höchsten Anteil an IT-Azubis. In Bremen wurden 2012 rund 4 % aller Auszubildenden in IT-Berufen wie Fachinformatiker, Informatikkaufmann oder IT-System-Elektroniker ausgebildet. In Hamburg sind es 3,8 %, in Berlin 3,4 %. Bei den Flächenländern liegen Sachsen (3,3 %), sowie Hessen und Nordrhein-Westfalen (beide 3,2 %) vorne. Auf den hinteren Plätzen stehen Thüringen (1,8 %), Brandenburg (1,7 %) und Sachsen-Anhalt (1 %).

In absoluten Zahlen liegt Nordrhein-Westfalen im Länder-Ranking mit 10.275 IT-Azubis an der Spitze. Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand Bayern (6.911) vor Baden-Württemberg (5.416). Insgesamt gibt es bundesweit über  40.000 Auszubildende in den verschiedenen IT-Berufen.

Die zahlenmäßig größten Ausbildungsberufe* im Umfeld IT, EDV & Telekommunikation:

Beruf Neuabschlüsse 2015 Männeranteil
Elektroniker 12.675 98,2 %
Fachinformatiker 11.058 92,5 %
Elektroniker für Betriebstechnik 6.189 94,7 %
Elektroniker für Geräte und Systeme 2.193 90,3 %
Elektroniker für Automatisierungstechnik 1.950 89,7 %
Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker 1.659 94,3 %
Informations- und Telekommunikationssystem-Kaufmann 1.560 82,8 %
Informatikkaufmann 1.011 85,4 %
Informationselektroniker 576 98,1 %
Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik 465 97,4 %
Elektroniker für Informations- und Systemtechnik 111 91,0 %
Systemelektroniker 99 93,9 %
Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme 96 96,8 %

* Als Hauptausbildungsberufe im Umfeld ITK gelten Fachinformatiker, IT-System-Elektroniker, IT-System-Kaufmann und Informatikkaufmann; wir haben die Elektroniker mit aufgeführt, da sich die Tätigkeitsbereiche mehr und mehr überschneiden.

IT-Berufe werden demnächst modernisiert

shutterstock 211897300wavebreakmedia/shutterstock.comDie IT-Berufe genießen seit ihrer Einführung im Jahr 1997 bei Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Auszubildenden ein hohes Ansehen. Die Zahl der jährlich bundesweit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt in den vier IT-Berufen stabil bei etwa 15.000, zuletzt mit leicht steigender Tendenz.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat den Modernisierungsbedarf der vier dualen IT-Berufe Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau sowie Informatikkaufmann/-frau untersucht. Die bislang vorliegenden Ergebnisse weisen auf einen Modernisierungsbedarf bei Struktur und Inhalten der Berufe hin. Neben einem Modernisierungsbedarf in bestimmten Bereichen – zum Beispiel bei IT-Security, Cloud Computing oder Virtualisierung – werden die Berufsprofile in Zukunft wohl auch neu aufeinander abgestimmt, um deren Passgenauigkeit zu erhöhen.

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör

shutterstock 336881426docent/shutterstock.comInnerhalb der ersten drei Monate nach dem Studium finden rund 70 % der Ingenieurabsolventen einen Arbeitsplatz. Das ergab eine aktuelle Umfrage des VDI Verein Deutscher Ingenieure bei seinen jungen Mitgliedern. Die wichtigsten Faktoren für die Jobwahl sind dabei das Einkommen, die Arbeitsplatzsicherheit, Karrieremöglichkeiten innerhalb des neuen Berufsumfeldes sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Lediglich ein Prozent der Absolventen sind länger als zwölf Monate auf der Suche nach einem beruflichen Anstellungsverhältnis; allerdings befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung rund 16 Prozent der Absolventen noch auf Jobsuche. Nach Meinung von VDI-Direktor Ralph Appel könnte dies im Zusammenhang stehen mit einer relativ geringen Flexibilität, den Wohnort zu wechseln. „Tatsächlich sind nur rund 20 % der Befragten Young Professionals bereit, für den neuen Beruf den Wohnort bundesweit zu wechseln – regional und international ist die Mobilität dagegen höher“, so Appel.

Die Bedeutung bundesweiter Mobilität wird unterstrichen durch die Tatsache, dass sich Deutschland durch verschiedene Ausbildungs- und Beschäftigungshochburgen für Ingenieure auszeichnet. So ist NRW größter Ausbildungsstandort, während Bayern die meisten ausgebildeten Ingenieure importiert.

Relevanz und Angemessenheit des Studiums

Befragt wurden die Studenten für die Studie auch nach dem Praxisbezug ihres Studiums: „Was glauben Sie in welchem Maße Sie Ihr Studium auf Ihren Beruf vorbereitet?“ Das Ergebnis zeigt, dass hier noch jede Menge Luft nach oben für Qualitätsverbesserungen ist:

in sehr hohem Maße 2 %
in hohem Maße 28 %
mittelmäßig 55 %
in geringem Maße 12 %
in sehr geringem Maße 2 %

Einstiegsgehälter für Ingenieure 2015

shutterstock 183163145Andrey_Popov/shutterstock.comSie haben Ihr Ingenieurstudium irgendwann in der Zukunft erfolgreich beendet und der erste Job steht an. Da ist das Thema Gehalt besonders spannend. Der VDI hat aus seiner aktuellen Gehaltsstudie Ingenieureinkommen 2002-2015 die wichtigsten Ergebnisse zusammengestellt. Die hier vorgestellten Bruttoeinstiegsgehälter für Ingenieure beruhen auf den echten Daten von 2.129 Berufseinsteigern (Berufserfahrung < 2 Jahre), die 2015 am Gehaltstest von ingenieurkarriere.de teilgenommen haben. Dargestellt sind die Brutto-Jahresgesamtgehälter der Berufseinsteiger. Dies bedeutet, die Gehälter beinhalten Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie zusätzliche variable Vergütungsanteile.

Fachhochschule 44.247 €
Duales Studium 44.810 €
Universität / Technische Hochschule 46.524 €
Promotion 60.700 €