Milliardenmarkt IT, EDV & Telekommunikation

Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird im laufenden Jahr auf 160,5 Milliarden € steigen. Der Digitalverband Bitkom bekräftigt damit seine Wachstumsprognose von 1,7 % für den deutschen Markt.

Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. „Das Umsatzwachstum belebt auch den Arbeitsmarkt. Die Unternehmen der Branche werden im laufenden Jahr mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen.“ Damit beschäftigt die ITK-Branche in Deutschland zum Jahresende 1.030.000 Menschen und festigt ihre Rolle als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber knapp hinter dem Maschinenbau. Wachstumstreiber ist derzeit die Informationstechnologie, die 2016 um 3,6 % auf 84 Milliarden € zulegen kann. Vor allem die Geschäfte der Softwareanbieter wachsen mit einem Plus von 6,2 % auf 21,6 Milliarden € überdurchschnittlich. Die Umsätze mit IT-Services, in denen sich Aufträge aus der Digitalisierung der Unternehmen besonders stark widerspiegeln, verzeichnen einen Anstieg um 2.7 % auf 38,2 Milliarden €. IT-Hardware legt um 2,8 % auf 24,3 Milliarden € zu.

Deutscher ITK -Markt nach Segmenten 2016

Informationstechnik:
IT-Services (Beratung, Outsourcing, Wartung) 24 %
IT-Hardware (Computer, Drucker, Zubehör) 15 %
Software (Betriebssysteme, Anwendungen) 13 %
Telekommunikation:
TK-Dienste (Mobilfunk, Sprachdienste, Datendienste) 31 %
TK-Endgeräte (Smartphones, Handys) 7 %
TK-Infrastruktur (Netzwerktechnik) 4 %
Consumer Electronics:
(TV-Geräte, DVD, Kameras u.a.) 6 %

shutterstock 338631620Rawpixel.com/shutterstock.comDie Telekommunikation rutscht nach einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2015 wieder ins Minus. Der Prognose zufolge werden die Umsätze um 0,4 % auf 66,9 Milliarden € zurückgehen. Deutlich schwächer läuft vor allem das Geschäft mit TK-Endgeräten, das um 2,1 % auf 11,1 Milliarden € zurückgeht. Hintergrund sind die erstmals sinkenden Umsätze mit Smartphones (minus 1,5 % auf 10,4 Milliarden €). „Die Nachfrage nach Smartphones ist weiterhin ungebrochen, die Absatzzahlen erreichen neue Rekordmarken. Doch angesichts sinkender Durchschnittspreise für die Geräte gehen die Umsätze zurück“, sagte Dirks. Nach wie vor im Minus sind die Umsätze mit Festnetz- und Mobildiensten, die um 0,3 % auf 49,2 Milliarden € zurückgehen. Positiv entwickelt sich hingegen das Geschäft mit Infrastruktursystemen, das um 2,1 % auf 6,6 Milliarden € zulegen kann.

In der Unterhaltungselektronik schwächt sich der langjährige Abwärtstrend deutlich ab. Die Umsätze sinken nur mehr geringfügig um 0,9 % auf 9,5 Milliarden €. Positiv hat hier die steigende Nachfrage nach TV-Geräten dank der Sport-Großereignisse Fußball-Europameisterschaft und Olympia gewirkt.

Der Arbeitsmarkt

Bereits 2015 wurde bei der Anzahl der Erwerbstätigen (Angestellte und Selbständige) die Millionenmarke geknackt. Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen - die Branche bleibt auch in Zukunft ein extrem attraktives Berufsumfeld mit kontinuierlich steigendem Personalbedarf - Stichwort Industrie 4.0, Stichwort Digitalisierung, Stichwort Internet der Dinge.

Jahr Beschäftigte
2011: 896.000
2012: 924.000
2013: 943.000
2014: 979.000
2015: 1.010.000
2016: 1.030.000

43.000 offene Stellen für IT-Spezialisten

shutterstock 210749167anyaivanova/shutterstock.comDerzeit werden rund 43.000 IT-Spezialisten gesucht - 5 % mehr als 2015. 17.500 der unbesetzten Stellen finden sich in Unternehmen des IT- und Telekommunikationssektors. IT-Experten werden aber auch verstärkt von Unternehmen aus allen anderen Branchen gesucht. In diesen sogenannten Anwenderunternehmen gibt es aktuell 25.500 offene Stellen. Derzeit geben sechs von zehn ITK-Unternehmen (60 %) an, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Vor einem Jahr waren es noch 54 %.  Und jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass sich der Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärft.

In der ITK-Branche findet sich das Gros der 17.500 unbesetzten Stellen bei Softwareanbietern und IT-Dienstleistern. Hier gibt es alleine 15.000 Vakanzen. Rund 1.800 Experten werden bei Unternehmen gesucht, die IT-Hardware und Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik anbieten. 700 freie Stellen gibt es bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten. Die Unternehmen sind dabei vor allem auf der Suche nach Software-Entwicklern. Rund zwei Drittel (64 %) der Unternehmen, die freie Stellen für IT-Spezialisten haben, suchen Software-Experten. Bei ihnen ist vor allem Knowhow im Cloud Computing (48 %), Big Data (45 %) und App-Programmierung (33 %) gefragt. Jedes fünfte ITK-Unternehmen mit offenen Stellen für IT-Spezialisten (20%) ist auf der Suche nach Projektmanagern, 15% suchen IT-Sicherheitsexperten. Im vergangenen Jahr war dieser Wert rasant von 3 auf 15 % angestiegen. Hintergrund waren die Abhöraktionen von Geheimdiensten sowie vermehrte Berichte über Industriespionage. 2015 hat sich die Nachfrage nach Fachleuten für IT-Sicherheit nun auf hohem Niveau gefestigt. Deutlich rückläufig sind die offenen Stellen für Anwendungsbetreuer und Administratoren. Wurden sie vor zwei Jahren noch von fast jedem dritten Unternehmen (31 %) gesucht, so hat sich dieser Wert nun auf 16 % halbiert.

offene Stellen für IT-Experten:

2011: 38.000
2012: 43.000
2013: 39.000
2014: 41.000
2015: 43.000

Dieser Trend zeigt sich auch bei den Anwenderunternehmen. Zwar suchen 44 % der Unternehmen mit IT-Vakanzen Anwendungsbetreuer und Administratoren, vor zwei Jahren lag der Anteil aber noch bei 61 %. Deutlich gestiegen ist auch hier die Zahl der offenen Stellen für Software-Entwickler. Mehr als jedes vierte Unternehmen (27 %) ist auf der Suche nach diesem Knowhow, dreimal so viele wie noch vor zwei Jahren (9 %). Unternehmen kaufen nicht mehr allein IT-Lösungen, um bestimmte Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Die Geschäftsmodelle der Unternehmen selbst verändern sich, die Digitalisierung erreicht die Produktion und sogar das Produkt selbst.

Gesuchte Spezialisten

Anwendungsbetreuer/Administratoren 44 %
Software-Entwickler 27 %
IT-Berater 14 %
IT-Sicherheitsexperten 12 %
Qualitätsmanager 11 %

Jede 6. Stelle wird mit IT-Personal besetzt

Jede sechste Stellenausschreibung für Fachkräfte richtet sich heute an Spezialisten mit IT-Hintergrund. In keiner anderen Berufsgruppe ist die Nachfrage derzeit so hoch wie in den IT-Berufen. Wie aktuelle Auswertungen des StepStone Fachkräfteatlas zudem zeigen, zieht der Bedarf weiter an: Im Februar 2016 stieg die Nachfrage im Vorjahresvergleich um 20 %, im Vergleich zum starken Vormonat um 7 % an. „Egal ob im Handel, in der Logistik oder im Bankensektor – Fachkräfte mit IT-Wissen dringen in alle Wirtschaftszweige vor. Sie nehmen eine Schlüsselrolle ein, denn Unternehmensprozesse sind heute zunehmend digital getrieben. Wir beobachten, dass insbesondere Softwareentwickler und -berater sowie Anwendungsentwickler dringend gesucht werden“, erklärt Dr. Anastasia Hermann, Arbeitsmarkt-Expertin bei StepStone.

Was verdient man in der IT?

shutterstock 345414791Phovoir/shutterstock.comWie hoch ist die Vergütung zu Beginn der IT-Berufslaufbahn? Und wie hoch nach jahrelanger Karriere? Die Hamburger Gehalts-analysten von Compensation Partner haben anhand von 5.393 Datensätzen den Karriereverlauf mit entsprechenden Gehältern für das Berufsfeld „IT“ ermittelt.

48.000 € Einstiegsgehalt für Akademiker

Berufseinsteiger mit maximal drei Jahren Berufserfahrung und abgeschlossener Berufsausbildung verdienen durchschnittlich 31.000 € im Jahr. Die Kollegen mit einem Hochschulabschluss in der Informatik starten mit fast 17.000 € mehr; sie erhalten rund 48.000 €. IT-Fachkräfte steigen in der Regel ohne Praktikum oder Trainee in den Job ein. Die Gehälter für Softwareentwickler mit mehr als drei Jahren im Beruf liegen durchschnittlich bei 51.500 € im Jahr, Senior Softwareentwickler mit sechs bis neun Jahren Berufserfahrung erhalten rund 55.533 €. IT-Leiter verdienen durchschnittlich 113.000 € jährlich. Sie verfügen in der Regel über neun Jahre Berufserfahrung und tragen Personalverantwortung. Der Chief Technical Officer gehört zur  Geschäftsführungsebene. Sein jährliches Durchschnittsgehalt liegt bei 146.300 €.

Positionen und Gehälter in der IT:

Berufseinsteiger mit IT-Ausbildung 31.078 €
Berufseinsteiger mit IT-Studium 47.747 €
Softwareentwicklung 51.500 €
Senior Softwareentwicklung 55.533 €
IT-Leitung 112.987 €
Chief Technical Officer 146.295 €