Boombranche Gesundheit, Medizin und Pflege

Boombranche Gesundheit, Medizin und Pflege

Die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sind mit ihrer Lage zufrieden. Fast jeder zweite Betrieb spricht von einer guten Geschäftslage (49 %), nur sechs Prozent bewerten ihre Lage als „schlecht“. Der resultierende Saldo von 43 Punkten ist gegenüber der Vorumfrage leicht gesunken. Nach wie vor liegt der Saldo auf einem hohen Niveau und deutlich über dem langjährigen Durchschnitt (seit Herbst 2003: 28 Punkte).

Die Medizintechnik ist besonders zufrieden – der Lagesaldo steigt auf 57 Punkte, ein Wert, der zuletzt vor sechs Jahren erreicht wurde. Aber auch die Pharmaindustrie bewertet ihre Lage noch besser als zuletzt. Hier steigt der Saldo von 50 auf 51 Punkte und erreicht damit wieder den Höchststand von Anfang 2017. Beim Handel mit Gesundheitsgütern (25 nach zuletzt 29 Punkten) und bei den Gesundheits- und sozialen Diensten (44 nach zuletzt 48 Punkten) ist die Stimmung hingegen nicht mehr ganz so positiv wie im Frühsommer. Der Saldo liegt aber jeweils weit über dem langjährigen Durchschnitt (15 bzw. 29 Punkte). Insgesamt ist die Stimmung in der Gesundheitswirtschaft weiterhin ausgesprochen gut.

Aufgrund des demografischen Wandels und der gleichzeitig gesundheitsbewusster werdenden Gesellschaft ist auch zukünftig mit einer steigenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen zu rechnen. Die Aussichten für die Gesundheitswirtschaft gestalten sich weiterhin günstig. 29 % der Betriebe rechnen mit besseren Geschäften, elf Prozent erwarten eine Verschlechterung. Der Optimismus in der Medizintechnik erreicht mit einem Erwartungssaldo von 37 Punkten den höchsten Wert seit 2011. Die Unternehmen rechnen mit günstigeren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Auch die Erwartungen für das kommende Jahr in der pharmazeutischen Industrie (Saldoanstieg von 22 auf 26 Punkte) steigen deutlich.

Ferner gewinnt der Handel mit Gesundheitsgütern deutlich an Zuversicht – wenn auch auf geringerem Niveau (von drei auf sieben Punkte). Die Gesundheits- und sozialen Dienste blicken hingegen nicht mehr ganz so optimistisch in die Zukunft (Saldo-rückgang von 18 auf 15 Punkte).

Der Fachkräftemangel wird zum Problem

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Der Fachkräftemangel bleibt das Top-Risiko aus Sicht der Betriebe in der Gesundheitswirtschaft. Mittlerweile sehen 61 % ihn als Gefahr für ihre Geschäftstätigkeit an, nach 56 % in der Vorumfrage -ein neuer Höchstwert. Die Sorge um fehlende Fachkräfte ist damit in der Gesundheitswirtschaft sogar noch ein wenig stärker ausgeprägt als in der Gesamtwirtschaft (56 nach 51 %).

Die Gesundheits- und sozialen Dienste liegen mit 80 % mit ihren Sorgen um Personalmangel erneut ganz vorne. In der Pharmaindustrie ist der Anteil der Unternehmen mit Sorgen um den Fachkräftemangel von 27 auf 36 % gestiegen. Auch der Handel mit Gesundheitsgütern sieht die Fachkräftesituation nochmals skeptischer (Anstieg auf 53 von 43 %). In der Medizintechnik hat sich das Problem hingegen leicht entschärft. 54 % der Medizintechnikbetriebe sehen im Fachkräftemangel eine Gefahr für ihre Geschäfte (nach 57 % im Sommer).

Trotzdem sind viele neue Stellen geplant

Die Beschäftigungspläne der Gesundheitswirtschaft sind weiterhin expansiv und erreichen im Herbst 2017 einen Jahreshöchstwert: Mit einem Saldo von 20 Punkten (nach 18 Punkten in der Vorumfrage) ist die Planung nach wie vor deutlich expansiver als in der Gesamtwirtschaft (11 nach 9 Punkten). 31 % der Betriebe planen Stellenaufbau, nur elf Prozent sehen eine Reduzierung der Beschäftigung vor.

Das neue Zugpferd ist die Medizintechnik mit einem Saldo von 30 Punkten (22 Punkte in der Vorumfrage). Auch der Handel mit Gesundheitsgütern plant noch stärkeren Beschäftigungsaufbau. Gesundheits- und Sozialdienstleister planen weiter deutlich expansiv (Saldo: 28 Punkte wie zuletzt). Auch in der Pharmaindustrie überwiegen die positiven Beschäftigungsimpulse deutlich, die Dynamik ist aber minimal (17 nach zuletzt 18 Punkten). Unter dem Strich deuten die Zeichen trotz verstärkter Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von geeigneten Fachkräften weiterhin auf kräftigen Beschäftigungszuwachs.

Das Gesundheitspersonal in Zahlen:

 

 

Gesundheitspersonal 2016:

5,5 Mio.

 

Männer

24,2 %

 

Frauen

75,8 %

 
     

nach ausgewählten Einrichtungen:

   

Krankenhäuser

20,7 %

 

Arztpraxen

12,5 %

 

ambulante Pflege

6,6 %

 
     

nach ausgewählten Berufen:

   

Ärztinnen/Ärzte

377.000

 

Zahnärztinnen/-ärzte

74.000

 
     

nach Tätigkeit (in 1.000):

2015

2016

Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe

1.040

1.062

Arzt- und Praxishilfe

652

663

Altenpflege

568

594

Human- und Zahnmedizin

443

451

Nichtärztliche Therapie und Heilkunde

392

400

Pharmazie

163

166

Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik

153

155

Medizinisches Laboratorium

102

102

Verwaltung

83

85

Verkauf von drogerie- und apothekenüblichen Waren, Sanitäts- und Medizinbedarf

52

52

Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege

50

51

Psychologie, nichtärztliche Psychotherapie

41

43

Ernährungs-/Gesundheitsberatung, Wellness

16

16

Andere Berufe

1.620

1.645

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen 2016 um insgesamt 111.000 (+2,1 %). Der Anstieg fiel in den Berufen der Altenpflege (+27.000 oder +4,7 %) besonders stark aus. Aber auch in anderen Berufsgruppen, beispielsweise Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (+22.000 oder 2,1 %), Arzt- und Praxishilfe (+11.000 oder +1,7 %) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (+8.000 oder 2,0 %) gab es Beschäftigungszuwächse.

Von den 5,5 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren im Jahr 2016 knapp die Hälfte (49 %) vollzeit-, 37 % teilzeit- und 14 % geringfügig beschäftigt. Die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, die so genannten Vollkräfte, lag im Jahr 2016 bei 4 Millionen. Sie erhöhte sich gegenüber 2015 um 65 000, das entspricht einem Anstieg von 1,7 %.

Ärztestatistik 2016: Die Schere öffnet sich

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„Wer nur die leicht steigenden Arztzahlen betrachtet, verschließt die Augen vor der ganzen Wahrheit. Tatsächlich öffnet sich die Schere zwischen Behandlungsbedarf und Behandlungskapazitäten immer weiter. Schon heute klaffen bei der ärztlichen Versorgung in vielen Regionen große Lücken.“ So kommentiert Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ärztestatistik für das Jahr 2016.

Wie aus den Daten der BÄK hervorgeht, erhöhte sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärztinnen und Ärzte geringfügig um 2,1 %. Damit waren im Jahr 2016 im Bundesgebiet 378.607 Ärztinnen und Ärzte tätig, 7.305 mehr als im Vorjahr. Von ihnen arbeiten 194.401 im Krankenhaus. Deutlich kleiner ist die Gruppe der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte mit 151.989. Hinzu kommen 32.217 Mediziner, die bei Behörden, Körperschaften und in sonstigen Bereichen beschäftigt sind.

Der insgesamt leichte Zuwachs relativiert sich, wenn man die enorm hohen Behandlungszahlen in Praxen und Kliniken betrachtet. Allein in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung kommt es jährlich zu mehr als einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten. In den Krankenhäusern erhöhte sich die Zahl der Behandlungsfälle in den letzten zehn Jahren um mehr als 2,5 Millionen auf fast 19,8 Millionen. Da die Deutschen immer älter werden, ist ein Ende dieser Entwicklung nicht in Sicht. Wissenschaftler prognostizieren bis 2030 einen Anstieg der Lebenserwartung bei Männern in Deutschland von 78 auf fast 82 Jahre und bei Frauen von 83 auf 86 Jahre.

Nach wie vor steigt auch der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte. Er beträgt jetzt 46,5 %. Im Jahr 1991 lag der Frauenanteil noch bei einem knappen Drittel. Seitdem hat er sich um 38,4 % erhöht.

Auf dem Arbeitsmarkt sind Mediziner weiterhin äußerst gefragt. Die Bundesagentur für Arbeit meldete 1.943 offene Stellen für Ärztinnen und Ärzte (Vorjahr: 1.807). Damit herrscht praktisch Vollbeschäftigung – das ist eine gute Nachricht für die Mediziner, aber aus der Versorgungsperspektive ein deutliches Warnsignal.

Ärztinnen und Ärzte in Praxen werden immer älter

Ende 2016 waren 68 % der in Praxen tätigen Ärztinnen und Ärzte mindestens 50 Jahre alt. Mehr als ein Viertel (29 %) war bereits 60 Jahre und älter. Die Altersgruppe der mindestens 50-Jährigen war auch bei Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit 66 % sowie bei Zahnärztinnen und Zahnärzten einschließlich Kieferorthopädinnen und -orthopäden in den jeweiligen Praxen mit 49 % überdurchschnittlich stark vertreten. Im Vergleich hierzu hatten 2016 von den insgesamt 5,5 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen 39 % ein Alter von mindestens 50 Jahren.

Das Gesundheitspersonal in Zahlen:

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Setzen sich die derzeitigen Trends am Arbeitsmarkt fort, könnte es in Zukunft laut einer Studie des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) zu einem flächendeckenden Engpass in den Pflege- und Gesundheitsberufen ohne Approbation kommen. Im Jahr 2035 übersteigt der Arbeitskräftebedarf das Angebot um rund 270.000 Personen, unter anderem aufgrund einer vergleichsweise schwachen Lohnentwicklung in diesem Berufsfeld und des stetigen Anstiegs der Nachfrage nach Pflege- und Gesundheitsleistungen.

Für das Berufsfeld „Pflege- und Gesundheitsberufe ohne Approbation“ wird dabei deutlich, dass schon in absehbarer Zeit weder genug Fachkräfte noch ausreichend Fachfremde - soweit sie aufgrund der stark regulierten Arbeitsberechtigung überhaupt eingesetzt werden dürfen - für die Deckung des Fachkräftebedarfs zur Verfügung stehen werden. Dieser Engpass würde selbst durch längere Arbeitszeiten nicht gelöst werden können, da die Arbeitskapazitäten auch nach Stunden voll ausgeschöpft wären.

Reinhold Weiß, stellvertretender Präsident und Forschungsdirektor des BIBB fasst die Situation im Pflegesegment so zusammen:

  • Die Gesundheits- und Pflegeberufe sind attraktiv. Das signalisieren die hohen Übergänge in die einschlägigen Ausbildungsberufe – vor allem bei jungen Frauen. Das zeigt aber auch die hohe Verbleibquote der Ausgebildeten im Beruf. Dabei sind die Arbeitsbedingungen alles andere als attraktiv. Die Arbeit wird im Allgemeinen nur mäßig entlohnt, sie ist mit psychischen Belastungen verbunden und zeichnet sich durch unregelmäßige Arbeitszeiten aus. Eine bessere Bezahlung, mehr Anerkennung und eine verbesserte Work-Life-Balance stehen bei den Berufstätigen oben auf der Wunschliste.
  • Der Anfang 2016 im Bundeskabinett verabschiedete Entwurf für eine einheitliche Pflegeausbildung liegt erst einmal auf Eis. Das ist bedauerlich, denn der Bedarf an Pflegefachkräften steigt und kann durch die bestehenden Ausbildungsangebote kaum gedeckt werden. Zusätzlich müssen Berufsfremde und Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden. Eine Lösung sollte möglichst bald im Konsens der relevanten Akteure gefunden werden. Der Grundsatz einer breiten Profilierung der Ausbildung ließe sich mit der erforderlichen Differenzierung im Hinblick auf unterschiedliche berufliche Handlungsfelder in Einklang bringen. In der dualen Berufsausbildung gibt es dafür einschlägige Modelle, zum Beispiel Schwerpunktprofile, Fachrichtungen oder Einsatzgebiete.

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig

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Im Dezember 2015 waren in Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Damit hat die Zahl der Pflegebedürftigen im Vergleich zum Dezember 2013 um 234.000 (+ 8,9 %) zugenommen. 83 % der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (37 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (64 %).
Annähernd drei Viertel (73 % oder 2,08 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,38 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 692.000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Gut ein Viertel (27 % oder 783.000 Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut.
Im Vergleich mit Dezember 2013 ist die Zahl der in Heimen vollstationär versorgten Pflegebedürftigen um 2,5 % (+ 19.000) gestiegen. Bei der Pflege zu Hause ist die Zunahme mit + 11,6 % (+ 215.000 Pflegebedürftige) deutlich höher, was auch auf die Reformen der Pflegeversicherung zurückzuführen ist.

Die Pflegesituation in Zahlen:

Pflegebedürftige 2015:

2,9 Millionen Personen

Pflegequote 2015:

 

Insgesamt

3,5 %

bei 75- bis 84-Jährigen

14,1 %

bei über 89-Jährigen

66,1 %

Pflegeeinrichtungen 2015:

 

Pflegeheime

13.596

Ambulante Pflegedienste

13.323

Personal 2015:

 

in Pflegeheimen

730.145

in ambulanten Pflegediensten

355.613

Das Gehalt bleibt ein großes Thema

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In der politischen Diskussion wird immer wieder betont, dass gerade in der Altenpflege zu niedrige Löhne gezahlt würden. Seit dem Jahr 2012 sind die Entgelte im Pflegebereich im Großen und Ganzen entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung gestiegen. Dabei ist das Lohngefälle zwischen Kranken- und Altenpflege weitgehend konstant geblieben. Auch die regionalen Entgeltunterschiede sind nach wie vor erheblich.

Während die Löhne aller Vollzeitbeschäftigten zwischen 2012 und 2016 um 8,6 % zulegten, verzeichneten vollzeitbeschäftigte Helfer und Fachkräfte in der Altenpflege Zuwächse von 9,6 beziehungsweise 9,4 %. Bei Fachkräften in der Krankenpflege belief sich das Plus auf 8,9 %, bei Helfern in der Krankenpflege auf 7,1 %. Damit hat sich das starke Lohngefälle zwischen Kranken- und Altenpflege nur unwesentlich verringert. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen im Schnitt 16 % weniger als die Beschäftigten insgesamt.

Anders als andere Berufsgruppen konnten Pflegekräfte von dem anhaltenden Nachfrageboom nach Personal bisher kaum profitieren. Im Gegensatz zu anderen Berufen, für die eine Ausbildung Voraussetzung ist, bleibt der Verdienst im Pflegebereich eher gering. Laut StepStone Gehaltsreport 2017 verdient eine weibliche Pflegekraft im Schnitt 33.240 € - das sind 16.620 € (50 %) weniger als beispielsweise Fachkräfte mit technischer Ausbildung.
Fachkräfte in der Krankenpflege verdienen mit durchschnittlich 3.239 € geringfügig mehr als die Beschäftigten insgesamt mit 3.133 €. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in der Krankenpflege häufig Zuschläge für spezielle Dienste wie Nachtschichten oder Arbeit auf der Intensivstation gezahlt werden.
Fachkräfte in der Altenpflege verdienen dagegen mit einem Durchschnittslohn von 2.621 € rund 16 % weniger als die Beschäftigten insgesamt. Helfer in der Altenpflege schneiden im Vergleich am schlechtesten ab. Sie verdienen mit durchschnittlich 1.870 € gut 600 € weniger als Helfer in der Krankenpflege mit 2.478 €.

Pflegekräfte wechseln häufiger den Arbeitgeber

Die relativ schlechte Bezahlung ist auch ein Grund dafür, dass Pflegekräfte deutlich wechselwilliger sind als andere Fachkräfte. Eine Analyse der Online-Jobplattform StepStone zeigt, dass 43 % aller Pflegekräfte schon mindestens einmal auf eigenen Wunsch ein Unternehmen innerhalb der Probezeit verlassen haben. Zum Vergleich: Unter allen Fachkräften können das nur 29 % von sich behaupten. Mitarbeiter der Alten- und Krankenpflege wissen schließlich um ihre gute Position auf dem Arbeitsmarkt: So sind sechs von zehn befragten Pflegekräften sicher, bei Bedarf innerhalb von drei Monaten problemlos eine neue passende Stelle zu finden.

Neue Ausbildungsverträge* 2016

Ausbildungsberuf

Verträge

Frauenanteil

Medizinische/-r Fachangestellte/-r

15.822

97,7 %

Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r

12.780

98,4 %

Augenoptiker/-in

  2.754

71,4 %

Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r

  2.283

94,9 %

Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen

  2.013

74,7 %

Zahntechniker/-in

  1.962

59,0 %

Sport- und Fitnesskaufmann/-frau

  1.860

48,2 %

Pharmazeutisch-kaufm. Angestellte/-r

  1.326

94,3 %

Hörakustiker/-in)

  1.323

56,6 %

Orthopädietechnik-Mechaniker/-in

     582

46,0 %

Orthopädieschuhmacher/-in

     357

44,4 %

Pharmakant/-in

     321

50,0 %

Chirurgiemechaniker/-in

       60

18,6 %

* ohne Pflegeausbildungen, da diese Ländersache sind und vom BIBB (zuständige für Duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz) nicht erfasst werden

Unser (Zwischen)-Fazit:

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Die Branche boomt und wird auch in Zukunft wachsen. Sowohl die demografische Entwicklung einer immer älter werdenden Gesellschaft als auch die ständige Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung bewirken einen ständig wachsenden Personalbedarf. Die Überalterung der Ärzteschaft sorgt, vor allem bei niedergelassenen Ärzten abseits der Ballungszentren, ebenfalls für eine steigende Nachfrage.

Wer in diesem Bereich tätig ist, bekommt von seinen Patienten ein emotionales Feedback wie in kaum einer anderen Branche - das ist in hohem Maße befriedigend. Andererseits ist man hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt: Schichtdienst, knappe Zeitpläne und daraus resultierend ein mitunter sehr hohes Stresslevel sollten nicht unterschätzt werden.

Vor allem beim Gehaltsniveau im Vergleich mit anderen Berufen gibt es zum Teil erhebliche Differenzen - dies zu ändern ist aber weniger Aufgabe der Politik (die nur die Rahmenbedingungen für die Versicherungen, Anbieter und Träger insgesamt verändern kann) sondern vielmehr der Tarifparteien. Und auch die Vereinheitlichung und Aufwertung der Ausbildungen ist überfällig.

Ausgewählte Links zum Thema:

www.altenpflegeausbildung.net
www.aubi-plus.de/berufe/
www.biha.de
www.caritas-soziale-berufe.de
www.deutsches-pflegeportal.de
www.diakonie-wuerttemberg.de
www.drk.de
www.gesundheit-studieren.com
www.internationaler-bund.de
www.junge-pflege.de
www.pflegeberufe-gesetz.de
www.pflegestudium.de
www.studienwahl.de
www.youngpropflege.de
http://zahntechnik-ausbildung.de/
www.zukunftsberuf-pfleger.de

Mehr Links zum Thema gibt es hier.