Was gehört in den Ausbildungsvertrag (und was nicht)?

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Verträge sind in schlechten Zeiten notwendig – in Guten sind sie überflüssig (hat einmal ein schlauer Mensch gesagt; wahrscheinlich war es kein Anwalt). Wie so ziemlich alles im Leben, ist auch das Thema Ausbildungsvertrag gesetzlich geregelt – konkret im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Im BGB stehen aber nur die Mindestanforderungen – tarifliche Vereinbarungen oder freiwillige Leistungen des Ausbildungsbetriebes können weit darüber hinausgehen. Außerdem regelt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ausführlich und umfassend alles, was mit dem Thema Ausbildung zu tun hat. Grundsätzlich sollten im Ausbildungsvertrag alle Absprachen enthalten sein, die Ihre Ausbildung betreffen.

Das muss drinstehen:

  • Die Vertragspartner, also Sie als Auszubildende(r) und das ausbildende Unternehmen, mit Namen und vollständigen Adressen
  • Berufsbezeichnung oder Tätigkeit, für die ausgebildet wird
  • Der Ort der Ausbildung sowie Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Ausbildungsbetriebes (über- oder außerbetriebliche Ausbildung)
  • Inhaltliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung
  • Beginn und Dauer sowie ggfls. Verkürzung oder Befristung der Ausbildung
  • Dauer der Probezeit; mindestens 1 und maximal 4 Monate
  • Höhe der Ausbildungsvergütung während der gesamten Ausbildung
  • die regelmäßige tägliche Arbeitszeit
  • Anzahl der Urlaubstage
  • Klausel(n) über relevante Tarifverträge sowie ggfls. zusätzliche Betriebsvereinbarungen wie freiwillige soziale Leistungen
  • Kündigungsklauseln (Voraussetzungen für eine Kündigung) sowie Fristen
  • Unterschriften beider Vertragspartner mit Datum

Das kann drinstehen:

  • Eine Verpflichtung Ihrerseits zur Schweigepflicht bezüglich betriebsinterner Informationen Modalitäten und Zeitpunkt für ein Zwischenzeugnis
  • besondere Regelungen im Krankheitsfall
  • Sonstige Vereinbarungen wie unbezahlter Urlaub, Freistellung usw.

Das gehört nicht rein:

Lisa F. Young/shutterstock.comLisa F. Young/shutterstock.comWas darf nicht im Ausbildungsvertrag stehen oder ist nichtig (also unwirksam)?

  • Der Vertrag darf keinen Passus enthalten, wonach Sie nach der Ausbildung den erlernten Beruf nicht oder nur eingeschränkt ausüben dürfen.
  • Es ist nicht zulässig, dass Sie etwas für die Ausbildung bezahlen müssen.
  • Vertragsstrafen sind ebenfalls nicht zulässig.
  • Und auch einen beschränkten oder sogar ausgeschlossenen Schadenersatz lässt der Gesetzgeber genauso wenig zu wie pauschale Schadenersatzbeträge bei z.B. der vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses.

Formvorschriften:

Die elektronische Form gilt nicht; der § 11 des Berufsbildungsgesetzes schreibt zwingend die Schriftform vor. Sie haben also ein Anrecht auf einen Vertrag auf Papier, im Original und unterschrieben (kein PDF und auch keine Kopie). Für nicht volljährige Auszubildende unterschreiben die gesetzlichen Vertreter, in der Regel die Eltern.

Weitere Informationen finden Sie z. B. auf www.dgb-jugend.de sowie www.jugend.igmetall.de Musterausbildungsverträge zum Download befinden sich u.a. auf den Websites der Industrie- und Handelskammern unter www.ihk.de