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Der Numerus Clausus im deutschlandweiten Vergleich

Zwischen den Abiturzeugnissen und dem Studienstart steht für viele Studieninteressierte die Hürde Numerus Clausus (NC). Eine aktuelle Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt zum Wintersemester 2016/17 massive Unterschiede bei den Zulassungsbeschränkungen zwischen den Bundesländern, Studienrichtungen und Hochschultypen.

Die im Ländervergleich höchsten NC-Quoten, also den Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge, gibt es in den beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen mit 72,3 bzw. 60,8 %. Die niedrigsten Werte finden sich in Rheinland-Pfalz (23 %) und Mecklenburg-Vorpommern (23,6 %). Hier können sich Studierende ohne Zulassungsbeschränkung für mehr als drei Viertel aller Studiengänge einschreiben.

Zentrale Ergebnisse:

Deutschlandweit sind im Wintersemester 2016/17 im Durchschnitt 41,5 % aller  Studiengänge mit einem NC belegt. Dies  bedeutet einen Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Wintersemester 2015/16.
Die im Ländervergleich höchsten NC-Quoten gibt es in Hamburg (72,3 %), Bremen (60,8 %) und im Saarland (60,2 %).
Die niedrigsten NC-Quoten finden sich in  Rheinland-Pfalz (23,0 %), Mecklenburg-Vorpommern (23,6 %) und Thüringen (26,4 %).
Studiengänge an Universitäten sind zu einem geringeren Anteil (40,1 %) mit einem NC belegt als an Fachhochschulen (45,8 %).
Unter den Bachelorstudiengängen (47,6 %) ist ein deutlich größerer Anteil mit einem NC belegt als unter den Masterstudiengängen (35,5 %).
Die Fächergruppe mit den höchsten NC-Quoten ist die der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 52,9 %,  die geringsten Quoten weisen die Sprach- und Kulturwissenschaften auf (31,7 %).

shutterstock 64307752ivylingpy/shutterstock.comAuch zwischen den einzelnen Hochschulorten unterscheiden sich die NC-Quoten zum Teil erheblich. Während beispielsweise in Köln rund zwei Drittel der Studiengänge zulassungsbeschränkt sind, ist es in Dortmund nur rund ein Fünftel. CHE Geschäftsführer Frank Ziegele verdeutlicht die Entwicklung: „In den vergangenen vier Jahren ist die bundesweite NC-Quote um vier Prozentpunkte gesunken. Das zeigt, dass die Hochschulen sich insgesamt auf das Studierendenhoch besser eingestellt haben. “ Die zum Teil sehr deutlichen Unterschiede auf Länder- und Fächerebene zeichneten aber in Bezug auf Angebot und Nachfrage noch ein sehr heterogenes Bild.So ist bundesweit in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mehr als jeder zweite Studiengang mit einem NC belegt. In der Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften stehen dagegen knapp 70 % aller Studiengänge Studieninteressierten ohne zahlenmäßige Beschränkungen offen.

Noch deutlicher werden die fachspezifischen Unterschiede auf Landesebene. So liegt etwa die NC-Quote für Studiengänge der Sprach- und Kulturwissenschaften in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,9 %, in Hamburg dagegen bei 94,2 %.

NC-Quote nach Ländern:

Rheinland-Pfalz 23,0 %
Mecklenburg-Vorpommern 23,6 %
Thüringen 26,4 %
Bayern 29,1 %
Sachsen-Anhalt 30,6 %
Sachsen 31,0 %
Schleswig-Holstein 31,7 %
Brandenburg 35,9 %
Hessen 36,3 %
Nordrhein-Westfalen 37,9 %
Deutschland 41,5 %
Berlin 55,7 %
Niedersachsen 58,0 %
Baden-Württemberg 59,7 %
Saarland 60,2 %
Bremen 60,8 %
Hamburg 72,3 %

 NC-Quote für den Bachelor:

Erstmals untersuchte das CHE auch die NC-Quoten für Hochschulstädte mit mehr als 30.000 Studierenden.

Bochum 72,1 %
Hamburg 67,0 %
Karlsruhe 65,8 %
Köln 64,6 %
Aachen 58,9 %
Bremen 58,2 %
Hannover 57,6 %
Münster 56,7 %
Kiel 54,8 %
Bonn 54,3 %
Darmstadt 51,8 %
Deutschland 47,6 %
Berlin 47,4 %
Heidelberg 45,0 %
Göttingen 44,2 %
München 42,0 %
Leipzig 39,8 %
Frankfurt/Main 38,3 %
Düsseldorf 38,0 %
Regensburg 37,9 %
Bielefeld 34,9 %
Mainz 32,3 %
Dortmund 32,1 %
Dresden 30,6 %
Stuttgart 27,9 %
Würzburg 20,0 %
Gießen 16,2 %

 Was bedeutet das für Sie?

Wer inhaltlich flexibel ist, kommt früher an seien Studienplatz. Sind Sie z.B. noch nicht auf ein ganz bestimmtes Universitätsstudium festgelegt, kann ein alternativer Studiengang an einer Fachhochschule die Lösung sein. Welche Alternativen zu Ihren Wünschen und Fähigkeiten passen, erfahren Sie bei der Studienberatung Ihrer Arbeitsagentur.

Wer räumlich flexibel ist, profitiert gleich doppelt: Zum einen bestehen große regionale Unterschiede zwischen den NC-Quoten. Zum anderen sind die Lebenshaltungskosten quer durch Deutschland sehr unterschiedlich, allein die Preise für ein WG-Zimmer variieren zwischen 200 und über 500 € monatlich.

Mehr zum Numerus Clausus finden Sie hier.

Das komplette Ranking finden Sie hier.

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