Gesundheitsberufe von A bis Z

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Eine Definition des Begriffs der Gesundheitsberufe gibt es nicht. Allgemein werden darunter alle die Berufe zusammengefasst, die im weitesten Sinne mit der Gesundheit zu tun haben. Nur für einen Teil der Gesundheitsberufe ist der Staat zuständig; viele entwickeln sich auch ohne Reglementierung, das heißt, ohne dass es eine staatliche Ausbildungsregelung gibt. Die Gesundheitsberufe können in geregelte und nicht geregelte Berufe eingeteilt werden. Bei den geregelten Berufen gibt es Berufe, die durch Bundesrecht geregelt sind und solche, die im Landesrecht verankert werden. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Länder Berufe dann regeln dürfen, wenn der Bund von seiner Gesetzgebungskompetenz keinen Gebrauch gemacht hat. Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes erstreckt sich auf die Bereiche Heilberufe, Berufe nach Berufsbildungsgesetz und Berufe nach der Handwerksordnung (sog. Gesundheitshandwerke).

Alle Berufe, deren Ausbildung nicht bundes- oder landesrechtlich geregelt ist, zählen zu den nicht geregelten Berufen. Sie werden demzufolge auch nicht den sog. staatlich anerkannten Berufen zugerechnet. Das gilt auch für hochschulische Ausbildungen. Die Unterscheidung kann relevant werden, wenn es bei der Ausübung bestimmter Tätigkeiten auf eine staatliche Anerkennung des Berufs ankommt, wie das z. B. der Fall ist, wenn eine Tätigkeit im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung angestrebt wird.

Heilberufe

shutterstock 181030388Kotin/shutterstock.comZu den Heilberufen zählen diejenigen Berufe, deren Tätigkeit durch die Arbeit am und mit dem Patienten geprägt ist. Der tierärztliche Beruf wird den Heilberufen zugerechnet und dient nicht nur der ärztlichen Versorgung von Tieren, sondern kann sich auch in unterschiedlicher Weise auf die menschliche Gesundheit auswirken. Durch Bundesgesetze geregelte Heilberufe sind:

  • Arzt/Ärztin
  • Zahnarzt/Zahnärztin
  • Psychologische/r Psychotherapeut/in
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in
  • Apotheker/in
  • Tierarzt/Tierärztin
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Hebamme/Entbindungspfleger
  • Ergotherapeut/in
  • Logopäde/Logopädin
  • Orthoptist/in
  • Physiotherapeut/in
  • Masseur/in
  • Diätassistent/in
  • medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in
  • medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in
  • medizinisch-technischer Assistent/in für Funktionsdiagnostik
  • veterinärmedizinisch-technischer Assistent/in
  • Podologe/Podologin
  • Notfallsanitäter/in
  • pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
  • Altenpfleger/in

Die Heilberufe zählen zu den sog. reglementierten Berufen im Sinne der Europäischen Richtlinie 2005/36/EG über die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen. Sie ermöglicht es den Berufsangehörigen, ihren Beruf auch in anderen Mitgliedstaaten der EU auszuüben. Automatisch anerkannt werden dabei die Ausbildungen des Arztes, Zahnarztes, Tierarztes, Apothekers, der Hebamme sowie des Gesundheits- und Krankenpflegers. Die übrigen Berufe unterfallen der Anerkennung im sog. allgemeinen System, bei dem ein Ausbildungsvergleich durchgeführt wird und ggf. Ausgleichsmaßnahmen vor einer Anerkennung abgeleistet werden müssen.

Berufe nach Berufsbildungsgesetz

shutterstock 73518352Alexander Raths/shutterstock.comZu den Berufen, die nach dem Berufsbildungsgesetz in Ausbildungsordnungen des Bundes geregelt sind, zählen

  • medizinische Fachangestellte
  • zahnmedizinische Fachangestellte
  • pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte

Da ihre Tätigkeiten in den Praxen der Ärzte bzw. Zahnärzte sowie in den Apotheken zu einem großen Teil gewerblich-kaufmännisch geprägt sind, werden sie nicht den Heilberufen zugeordnet.

Gesundheitshandwerke

Die Gesundheitshandwerke unterfallen der Handwerksordnung. Zu ihnen zählen

  • Augenoptiker
  • Hörgeräteakustiker
  • Orthopädieschuhtechniker
  • Orthopädiemechaniker
  • Bandagisten
  • Zahntechniker

Die Zuständigkeit für diese Berufe liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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