Was ist beim Ferienjob erlaubt und was nicht?

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In Deutschland ist Schülerarbeit gesetzlich geregelt, um Kinder und Jugendliche vor Schaden an Leib und Seele zu bewahren. Aber gerade das erste selbst verdiente Geld ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil plötzlich unerfüllbar scheinende Wünsche realisiert werden können, sondern auch, weil die Zeit des Arbeitens zumeist mit wertvollen sozialen Erfahrungen verbunden ist. Daher sind Ferienjobs für Schüler zulässig, solange einige Regeln eingehalten werden. ARAG Experten informieren über diese gesetzlichen Bestimmungen bei Ferienjobs:

Mit 13 geht‘s los

Das erste eigene Geld darf bereits mit 13 Jahren verdient werden, jedoch nur mit Genehmigung der Eltern und mit leichten Arbeiten wie Babysitten, Einkäufe erledigen, Zeitungen austragen oder Nachhilfeunterricht erteilen. Die maximale Arbeitszeit darf nicht länger als zwei Stunden - in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als 3 Stunden - täglich an 5 Tagen pro Woche (nicht an Samstagen, Sonn- und Feiertagen) im Zeitraum zwischen 8:00 bis 18:00 Uhr betragen. Außerdem darf nicht vor oder während des Schulunterrichts gearbeitet werden.
Einen Ferienjob dürfen sich Schüler, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, erst suchen, sobald sie 15 Jahre alt und somit Jugendliche im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes sind. Aber auch dieser Job unterliegt gesetzlichen Grenzen:

Grenzen beim Ferienjob

  • Maximal 4 Wochen pro Kalenderjahr darf während der Schulferien Vollzeit gearbeitet werden - also 20 (nicht 31!) Tage.
  • Die maximale Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden.
  • Täglich dürfen Jugendliche grundsätzlich nicht länger als 8 Stunden arbeiten, Pausen nicht mitgerechnet.
  • Der Ferienjob darf grundsätzlich nur zwischen 6:00 Uhr morgens und 20:00 Uhr abends ausgeführt werden.
  • Die vorgeschriebenen Ruhepausen bei einer täglichen Arbeitszeit von 4 ½ bis 6 Stunden betragen 30 Minuten. Bei mehr als 6 Stunden muss eine Pause von einer Stunde gewährt werden. Länger als 4 ½ Stunden hintereinander dürfen Jugendliche nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.
  • Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ist der Ferienjob tabu, eine Ausnahme besteht jedoch beispielsweise in Krankenhäusern, Gaststätten und in der Landwirtschaft.

Schutz vor Gefahren

Gabi Schoenemann pixelio.deGabi Schoenemann/pixelio.deUm Jugendliche vor physischen und psychischen Gefahren zu schützen, schreibt das Jugendarbeitsschutzgesetz weitere Einschränkungen vor.

Verboten sind demnach z.B.:

  • Arbeiten an gefährlichen Maschinen: Säge-, Fräs-, Hack-, Spalt-, Hobelmaschinen sowie Pressen;
  • Arbeiten unter gesundheitsschädlichen Einwirkungen wie Lärm, Strahlen und Erschütterungen;
  • Akkordarbeit und gesteigertes Arbeitstempo;
  • Jobs, die mit starker Hitze, Kälte und Nässe einhergehen;
  • Arbeiten, bei denen die Jugendlichen mit giftigen, ätzenden und reizenden Stoffen in Berührung kommen könnten.

Verstößt ein Arbeitgeber gegen diese Gesetzesvorgaben, muss er tief in die Tasche greifen - bis zu 15.000 € Geldbuße sind möglich. Schwerwiegende Missachtungen werden sogar als Straftaten geahndet.

Steuern und Kindergeld

Jugendliche dürfen bis 8.354 € im Jahr steuerfrei verdienen. Geht das Entgelt für den Ferienjob (und eventuelle andere Einkünfte) darüber hinaus, ist eine Steuer-Identifikationsnummer zwingend erforderlich, denn es müssen Steuern abgeführt werden. Auf den Kindergeldanspruch der Eltern wirken sich Einkünfte des Kindes - egal wie hoch - nicht mehr aus.

Was übernimmt die Unfallversicherung?

Laut ARAG Experten sind auch Ferienjobber über den Arbeitgeber unfallversichert. Der Versicherungsschutz ist dabei unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses oder der Höhe des Entgelts. Unbezahlte Praktika sind ebenso versichert wie Ferien-Mini-Jobs sowie  Hin- und Rückweg zur Arbeit.
Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt bei einem Arbeits- oder Wegeunfall die Heilbehandlung, die Rehabilitation sowie Lohnersatzleistungen. Daher muss in diesem Fall bei einem Arztbesuch auch die Krankenversicherungskarte nicht vorgelegt werden.
Wird nicht länger als 2 Monate bzw. 50 Tage im Jahr gearbeitet oder bleibt der Verdienst unter der Minijob-Grenze von 450 €, muss nur der Rentenversicherungsbeitrag gezahlt werden. Die übrigen Sozialversicherungsabgaben entfallen. Zudem haben Schüler das Recht auf Entgeltfortzahlung, wenn sie während des Jobs krank werden.

Auslandsjobs sind nicht versichert

Nach Auskunft der Experten sind Ferienjobs oder Praktika im Ausland allerdings nicht über die deutsche gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Das kann auch gelten, wenn es sich um ein deutsches Unternehmen im Ausland handelt.
Daher raten die Experten dazu, sich schon vor der Abreise über die Möglichkeiten der Absicherung gegen Arbeitsunfälle im Gastland unter www.unfallkassen.de zu informieren.

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